Gesundheit
Wie schädlich ist nächtlicher Fluglärm?
Fluglärm in der Nacht gilt als besonders belastend, weil er den Schlaf stört – und Schlaf ist zentral für Erholung, Hormonregulation und Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Kurzfristige Auswirkungen
Bereits einzelne nächtliche Fluggeräusche können:
- Schlafphasen unterbrechen (auch wenn man nicht vollständig aufwacht)
- Herzfrequenz und Blutdruck kurzfristig erhöhen
- Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausschütten lassen
- Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme und Gereiztheit verursachen
Langfristige Gesundheitsfolgen
Studien (z. B. vom Umweltbundesamt, WHO und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) zeigen Zusammenhänge zwischen chronischer nächtlicher Fluglärmbelastung und:
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
- Stoffwechselstörungen (z. B. erhöhtes Diabetesrisiko)
- Psychische Belastungen wie Stress, Schlafstörungen, Depressionen
Der Mechanismus: dauerhafte Aktivierung des Stresssystems („Fight or Flight“-Reaktion), was langfristig Gefäße und Herz belastet.
Grenzwerte & Empfehlungen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für die Nacht:
- Lärmpegel am Schlafzimmerfenster ≤ 40 dB(A),
ab > 55 dB(A) steigt das Risiko für Gesundheitsprobleme deutlich.
Zum Vergleich:
- 40 dB(A) = ruhige Wohnstraße
- 55–65 dB(A) = typischer Fluglärm in der Nähe von Flughäfen
Wir fordern daher ein konsequentes Nachtflugverbot am Flughafen Nürnberg in der Zeit von 22h bis 6h

Umwelt
1. Direkte Umweltwirkungen von Nachtflügen
a) Energieverbrauch und Emissionen
- Treibstoffverbrauch pro Flug ist bei Nachtflügen meist ähnlich wie am Tag, allerdings können meteorologische Faktoren (kältere Luft, andere Windmuster, Enteisungsvorgänge, längere Rollzeiten wegen Nachtflugbeschränkungen) den Verbrauch leicht erhöhen.
- Pro Nachtflug entstehen wie am Tag:
CO₂-Emissionen: ca. 2,5–3,5 kg pro Liter Kerosin
Stickoxide (NOₓ): tragen zur Ozonbildung in großer Höhe bei
Rußpartikel und Wasserdampf:
fördern die Bildung von Kondensstreifen und Zirruswolken
b) Verstärkte Klimawirkung durch Kondensstreifen
- In der kalten Nachtluft entstehen stabilere und länger anhaltende Kondensstreifen, die sich oft zu Zirruswolken ausbreiten.
- Diese reflektieren Wärmestrahlung zurück zur Erde, wirken also wärmend (Treibhauseffekt).
- Tagsüber gleichen Wolken diesen Effekt teilweise durch Rückstrahlung von Sonnenlicht aus – nachts fehlt diese Kühlwirkung, daher:
Die Netto-Klimawirkung von Nachtflügen ist stärker erwärmend als die von Tagflügen.
Schätzungen (z. B. DLR, IPCC):
- Die Nicht-CO₂-Klimawirkung (Kondensstreifen + Ozonbildung) kann 2–3× stärker sein als die reine CO₂-Wirkung.
- Besonders relevant auf Nordatlantikrouten, wo viele Nachtflüge stattfinden.
2. Indirekte Umweltwirkungen
Lichtverschmutzung
- Flughäfen und Start-/Landebahnen müssen nachts stark beleuchtet sein.
- Das stört:
Zugvögel (Orientierungsprobleme)
Insektenpopulationen (Anziehung durch Lichtquellen)
lokale Ökosysteme durch veränderte Tag-Nacht-Rhythmen
Lärm- und Stresswirkung auf Tiere
- Nachtaktive Arten (z. B. Fledermäuse, Eulen) werden durch Triebwerkslärm gestört oder vertrieben.
- Vögel verändern Balz- und Brutmuster, was lokale Populationen beeinträchtigen kann.
3. Politische und ökologische Bewertung
- Viele Umweltbehörden (z. B. Umweltbundesamt, European Aviation Environmental Report 2022) empfehlen, Nachtflüge auf das Nötigste zu reduzieren, da:
- Klimawirkung pro Flug höher
- Lärmbelastung besonders kritisch
- Erholung der Natur und Menschen in der Nachtzeit gestört wird
Fazit
Wirkung
Nachtflüge im Vergleich zu Tagflügen
CO₂-Ausstoß
etwa gleich
Kondensstreifen / Klimaeffekt
deutlich höher (2–3×)
Lärmwirkung (auf Menschen & Tiere)
stärker
Lichtverschmutzung / Ökologie
stärker
Gesamtumweltbelastung
spürbar höher

